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28.11.2017

Nanosatelliten der Technischen Universität Berlin auf dem Weg in die russische Amur-Region, 100km östlich der Grenze zu China


Die sogenannte ‚S-NET-Mission‘ kommt in die heiße Phase: Anfang November 2017 fand an der Technischen Universität Berlin (TUB) das sogenannte Acceptance Review statt. Kurz nach der Freigabe erfolgte der Satellitenversand nach Russland.

In einer ganztätigen Präsentation wurden detailliert die Testergebnisse vorgestellt. Die Satelliten müssen im Rahmen der Qualifizierung umfangreichen Umwelttests unterzogen werden. Dazu gehören z.B. mechanische Vibrationstests um sicherzustellen, dass die Nanosatelliten die Bewegungen der Startrakete aushalten. Außerdem wurden die 4 ‚Würfel‘ Schock- sowie Thermaltests unterzogen. Die Satelliten müssen Temperaturen von -50 bis +80 Grad Celsius aushalten können. Am Ende der Testkampagne wurde vom Review Board – dem externen Kontrollteam – die Freigabe zur Auslieferung der Satelliten zum Startplatz erteilt.

Im Anschluss an das Acceptance Review wurden die empfindlichen Satelliten transportgerecht verpackt und in speziell dafür angefertigte Transportbehälter eingelagert. Zusätzlich wurde die gesamte Montur in gepolsterten und staubdichten Hartschalenkisten verstaut, um jegliche Beschädigung der Satelliten auf dem langen Weg bis zum russischen Startplatz zu verhindern. Das Ergebnis: 9 Transportkoffer und 413kg Bruttogewicht.

Am 15. November 2017 konnten die Nanosatelliten verschickt werden: Von Berlin über Moskau bis in die Amur-Region, wo diese am 22. Dezember 2017 im neuen Weltraumbahnhof Wostotschny starten werden. Somit ist auch schon die Anreise ein Abenteuer für sich, bei der die Nanosatelliten bereits weiteren ‚Schütteltests‘ auf den steinigen Wegen Ostsibiriens ausgesetzt sind.

Bei einem erfolgreichen Start werden die ersten Daten am Boden zur Weihnachtszeit erwartet. Die primäre UHF-Bodenstation dafür befindet sich an der TUB, Back-up Stationen wurden in Backnang beim DeSK sowie in Spitzbergen (Longyearbyen/Norwegen) aufgebaut.

Bildquelle: Technische Universität Berlin; Das S-NET Team mit den S-NET Satelliten im Nanosatellitenlabor kurz vor der Abholung zum Startplatz (inkl. Flugersatzmuster).